1955 geboren in Neckarsulm
1989 Diplom Kommunikationsdesign und Illustration
an der Fachhochschule Darmstadt
2021 Projektstipendium „Wunderkammer“
Projektstipendium „Drinnen und Draußen“
zur Förderung der künstlerischen Praxis des Landes
Baden-Württemberg
lebt und arbeitet als freie Künstlerin in Weinheim an der Bergstraße
www.anne-sommer-meyer.de
Unsere nächste Ausstellung mit Anne Sommer-Meyer:
27.09. – 26.10.2025
Auf der Suche nach der Blauen Blume
Malerei und Papierarbeiten



Anne Sommer-Meyer
Auf der Suche nach der Blauen Blume
Schon seit Mitte der 1980er Jahre beschäftigt sich Anne Sommer-Meyer neben Ihren
konzeptionellen und installativen Werken immer wieder auch mit Malerei und Zeichnung.
Seither ist ein umfangreiches abstraktes Werk entstanden, immer wieder auch in größeren
Werkgruppen angeordnet. Gemalte und nicht gemalte Bilder, unkonventionelle Farbaufträge, Absicht und Zufall, Farbklänge, auch farbiges Rauschen. Die Malerei hat sich auch selbst zum Thema. Oft ist sie Experiment.
Und es tritt häufig auch die Natur als Thema auf: Landschaften und Horizonte, Zwiebeln und Rote Beete, Fresh Water, ideale Landschaften. Naturselbstdruck und Monotypie, staubige Träume in Tusche gehaucht, Gräser im Wind, Unterwassergärten. Stille Wasser: stehendes Gewässer wird in einer aktuellen Werkserie zu einem geheimnisvollen Schauplatz, wie wirihn aus englischen Serien kennen oder von Gemälden wie Ophelia zu Shakespeare’s Hamlet.
Der Mensch ist in den Bildern abwesend, er ist nur als Betrachter zugelassen.
Das Draußen, das uns Anne Sommer-Meyer zeigt, ist erlebt und wird ganz subjektiv
interpretiert. Das Ergebnis sind keine detailgetreuen oder realistischen Darstellungen, auch
wenn sie durch sehr genaue Beobachtung entstehen und damit den Dingen auf den Grund
gehen. Am Ende führen sie aber in eine poetische, verzauberte Umgebung, eine Welt
imaginierter Natur. Wenn Anne Sommer-Meyer sich auf die Suche nach der Blauen Blume
macht, dem romantischen Symbol, dann findet sie nicht selten etwas Zartes,
Sehnsuchtsvolles, hier wird das Organische in Worte gefasst – Tusche auf Papier.
Ich sehe auch immer wieder von ihr kleine Arbeiten, Gemälde, die an Skizzen von Blättern
erinnern, aus denen gleich kleinste Tiere hervorkommen werden. Waldwiesen mit Blüten
verursachen ein wohliges Gefühl wie barfuß auf Gras.
Die Natur, die Landschaft, sie stellt sich unterschiedlich dar, betrachtet man sie von einem
Punkt aus, oder fährt man beispielsweise an ihr vorbei. Ausgelöscht sind dann Details wie in den Bildern, die Anne Sommer-Meyer von Landschaften anfertigt, ersetzt durch eine
Unschärfe, das Auge sieht Geschwindigkeit und hier setzt der Betrachter die durch die
Vorbeifahrt unscharf gewordenen Strukuren die Natur im Hinterkopf wieder zusammen.
So nimmt die Künstlerin immer wieder neue Positionen ein. In ihren Seestücken, blaue Friese mit weitem Himmel und Wolken über dem Meer, auch die des Seefahrers.
In Anne Sommer-Meyers Gemälde kann man, wenn man möchte, hineintauchen wie in ein
Wasser, darauf barfuß laufen wie auf Moos oder gemähtes Gras riechen. Gleich wie, es ist
immer etwas sehr Angenehmes.
Urban Meyer